Im Rahmen unseres Forschungsprojekts RELIEF wird eine innovative, konservative Behandlung für Patientinnen und Patienten mit spezifischen Rückenschmerzen, insbesondere bei Bandscheibenvorfällen, geprüft. Damit soll auch die Zusammenarbeit zwischen Arztpraxen, orthopädischen Kliniken sowie Physiotherapiepraxen gestärkt werden. Ziel ist es, Menschen mit Bandscheibenvorfall bestmöglich zu versorgen, Schmerzen effektiv zu lindern, unnötige Operationen zu vermeiden und eine schnelle Rückkehr ins alltägliche Leben zu ermöglichen.
Der neue Behandlungspfad beginnt mit der hausärztlichen Diagnose eines Bandscheibenvorfalls. Anschließend erfolgt eine stationäre Therapie in einer orthopädischen Klinik. Dort erhalten die Betroffenen eine Woche lang täglich eine gezielte Therapie, u. a. Injektionen und Physiotherapie. Unmittelbar danach bekommen die Betroffenen eine ambulante Physiotherapie für zwei Wochen.
Zur Überprüfung der Wirksamkeit werden die teilnehmenden Patientinnen und Patienten in drei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe erhält ausschließlich die Behandlung beim Hausarzt bzw. bei der Hausärztin, während die zweite und dritte Gruppe stationär im Klinikum Amberg aufgenommen werden. Die dritte Gruppe bekommt im Anschluss zusätzlich eine 2-wöchige intensivierte ambulante Physiotherapie im ZAR Regensburg.
Die Effekte der jeweiligen Versorgung werden nach zwei und sechs Wochen sowie erneut nach sechs Monaten verglichen.
Das Projekt ist auf eine Dauer von 3,5 Jahren angelegt (vom 01. Oktober 2024 bis 31. März 2028) und wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit insgesamt 3,4 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall könnte der neue Behandlungspfad deutschlandweit implementiert werden und vielen Menschen zu einer schnelleren Genesung bei Bandscheibenvorfall verhelfen.
Gefördert durch: G-BA
Förderkennzeichen: 01NVF23118