Am 14. Oktober 2026 fand die neunte Sitzung des Arbeitskreises „Digitaler Zwilling für den Mittelstand im Maschinenbau“ bei Siemens Healthineers in Kemnath statt. Im Mittelpunkt standen konkrete Anwendungen virtueller Technologien und digitaler Zwillinge in der industriellen Produktentwicklung sowie Perspektiven für die gemeinsame Forschung von Hochschule und Unternehmen.
Eindrücke aus der industriellen Praxis
Nach der Begrüßung durch Innovationsleiter Chiheb Dahmani zum Auftakt der Veranstaltung, konnten die Teilnehmenden im Rahmen einer Werksführung Einblicke in die Produktions- und Entwicklungsprozesse von Siemens Healthineers gewinnen. Dadurch ergaben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch.
Aktuelle Forschungsthemen und Anwendungsbeispiele
Nach dem gemeinsamen Mittagessen eröffnete Prof. Dr.-Ing. Thomas Schaeffer von der OTH Regensburg die Arbeitskreissitzung. Er blickte auf die bisherigen Aktivitäten zurück und berichtete über aktuelle Entwicklungen an der Fakultät Maschinenbau und im Labor für Mehrkörpersimulation.
Den fachlichen Schwerpunkt bildeten zwei Beiträge von Siemens Healthineers. Jörg Hofmann stellte den Einsatz von Virtual Reality in der Produktplanung vor: Virtuelle Umgebungen helfen hier dabei, technische Konzepte frühzeitig anschaulich zu machen, zu beurteilen und die Abstimmung zwischen verschiedenen Fachbereichen zu unterstützen.
Martin Zapf widmete sich digitalen Zwillingen in der Antriebsregelung am Beispiel der Patientenpositionierung in der Magnetresonanztomographie (MRT). Der Beitrag zeigte, wie virtuelle Modelle und reale technische Systeme zusammengedacht werden können, um das Verhalten von Antrieben zu untersuchen und Entwicklungs- sowie Regelungsprozesse zu unterstützen.
Anschließend gaben Prof. Dr.-Ing. Carsten Schulz und Prof. Dr.-Ing. Florian Nützel unter dem Titel „Quo vadis – Forschung im MKS-Labor?“ einen Ausblick auf die weitere Forschungsarbeit. Diskutiert wurden bestehende und neue Fragestellungen an der Schnittstelle von Simulation, digitalen Zwillingen und industrieller Anwendung.
Zukunft des Arbeitskreises
Der Arbeitskreis wurde auf Anstoß der Walter und Elfriede Niehoff Stiftung initiiert, die Forschungsarbeiten zu digitalen Zwillingen an der Fakultät Maschinenbau der OTH Regensburg unterstützt. Erneut unterstrich das kürzliche Treffen in Kemnath den Wert des unmittelbaren Austauschs zwischen Wissenschaft und industrieller Praxis. Noch offen ist, in welche Richtung sich das Format im Laufe der nächsten Treffen entwickeln wird: Zur Diskussion steht, ob künftig ein breites Forum für den Erfahrungsaustausch oder eine stärkere Konzentration auf ausgewählte Leitthemen im Vordergrund stehen sollte. Hierzu wird eine gesonderte Online-Diskussionsrunde stattfinden.
Die nächste reguläre Arbeitskreissitzung ist für den 14. April 2027 am Technologie Campus Parsberg-Lupburg geplant.