Was ist eigentlich Digital Engineering und wo kommt es zum Einsatz? Antworten auf diese Fragen erhielten am 29. Oktober 2026 rund 120 Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgangsstufe Q13 des Werner-von-Siemens-Gymnasiums in Regensburg. Im Rahmen des örtlichen Studientags war die Fakultät Maschinenbau der OTH Regensburg eingeladen, den Studiengang Digital Engineering im Maschinenbau (DEM) vorzustellen – und hatte dafür einige anschauliche Beispiele im Gepäck.
Mitmach-Vorlesung mit praktischen Versuchen
Die Vorstellung fand in drei zeitlich gestaffelten Gruppen im Stil einer Mitmach-Vorlesung statt. Studienfachberater Prof. Dr.-Ing. Carsten Schulz bezog die Schülerinnen und Schüler dabei immer wieder mit Fragen in die Präsentation des Fachgebiets ein. Auch Rückfragen aus dem Publikum waren ausdrücklich erwünscht.
Im Mittelpunkt der Präsentation stand ein praktischer Anwendungsfall: Wie konstruiere ich ohne lange Versuchsreihen samt aufwendigem Prototypenbau einen zuverlässigen Flaschenöffner? Zunächst kam ein besonders materialsparend konstruiertes Modell aus dem 3D-Drucker zum Einsatz: Es zeigte sich schnell, dass es sich beim Öffnen einer Flasche durch die auftretenden Kräfte deutlich verformte.
Optimierung im virtuellen Raum
Doktorand Yannick Vogl veranschaulichte, dass sich diese Verformung mithilfe einer Simulation am PC detailliert vorhersagen lässt: „Durch den Einsatz von spezialisierter Software und einer umfassenden Materialdatenbank ist es nicht nur möglich, Fehlerquellen in Bauteilen nachträglich zu analysieren, sondern auch die Konstruktion direkt anzupassen und im Vorfeld virtuelle Versuche durchzuführen.“ Auf diese Weise entstand am Computer eine neue Version des Flaschenöffners mit verbesserter Stabilität. „Was hier anschaulich demonstriert wurde, hat auch für Unternehmen eine große Bedeutung. Durch virtuelle Versuche können Entwicklungsprozesse effizienter gestaltet und erhebliche Kosten für aufwendige reale Testreihen eingespart werden“, stellte Prof. Dr.-Ing. Carsten Schulz heraus.
Praxistest bestätigt das Ergebnis
Dass die digital überarbeitete Version auch in der Realität besser funktioniert als das Ausgangswerkzeug, konnten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss praktisch testen: 3D-gedruckte, optimierte Flaschenöffner hielten den Belastungen beim Flaschenöffnen zuverlässig stand und konnten von den Schülerinnen und Schülern als kleine Erinnerung an den Einblick in das Themenfeld des Digital Engineering mit nach Hause genommen werden.
Studierende geben persönliche Einblicke
Daneben kamen auch persönliche Erfahrungen nicht zu kurz. Drei Studierende des Studiengangs DEM waren ebenfalls vor Ort und berichteten von ihrem eigenen Werdegang sowie ihren Erfahrungen im Studium. Der direkte Austausch bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Fragen aus erster Hand zu stellen und sich ein persönliches Bild von den Studieninhalten und dem Studienalltag zu machen.
Dabei ging es auch um eine Frage, die viele Studieninteressierte beschäftigt: Muss man bereits in der Schule besonders gute Noten in Mathematik und Physik haben, um ein solches Studium erfolgreich zu meistern? Die Studierenden machten deutlich, dass vor allem der Wille zähle, sich verstärkt mit diesen Themen auseinanderzusetzen. So würden etwa wichtige Grundlagen der Schulmathematik nochmals im Studium aufgegriffen und vertieft. Wer zudem vorab bereits seine Grundkenntnisse auffrischen möchte, könne einen entsprechenden Vorkurs belegen.
Wertvoller Einblick in die Welt des Digital Engineerings
Zum Abschluss ging Prof. Dr.-Ing. Carsten Schulz noch darauf ein, wie vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten des Digital Engineering sind: So kämen entsprechende Methoden beispielsweise auch zur Auslegung von Windturbinen oder für die Optimierung medizinischer Produkte, beispielsweise Stents, zum Einsatz. „Wenn Sie sich für den Studiengang Digital Engineering im Maschinenbau an der OTH Regensburg entscheiden, setzen Sie auf ein hochaktuelles Studienthema, das Ihnen praxisnah und in kleinen Seminargruppen vermittelt wird. So bereiten Sie sich optimal auf ein erfolgreiches Berufsleben vor“, gab er den Zuhörern noch mit auf den Weg.
Der Besuch am Werner-von-Siemens-Gymnasium zeigte damit auf anschauliche Weise, wie vielseitig Digital Engineering sein kann. Gleichzeitig erhielten die Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in den Studiengang und die Möglichkeit, sich unkompliziert persönlich mit Lehrenden und Studierenden auszutauschen.