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Was machen wir im Labor?

Das Labor Biomaterialien ist Mitglied im Regensburg Center of Biomedical Engineering RCBE.

Lehre im Labor

Wenn Sie an einer Bachelor- oder Masterarbeit, oder einem Forschungsmaster im Labor Biomaterialien interessiert sind, dann kontaktieren Sie bitte die Laborleitung und fragen Sie nach aktuellen Themen.

Eine Übersicht bereits abgeschlossener Abschluss- und Forschungsprojektarbeiten finden Sie hier: 

Abgeschlossene Abschluss- und Forschungsprojektarbeiten

Forschung im Labor

Die Forschung im Labor für Biomaterialien befasst sich mit der Untersuchung und Optimierung von Werkstoffen und Oberflächen für medizintechnische Anwendungen. Wir charakterisieren Materialien für Implantate, chirurgische Werkzeuge und andere Medizinprodukte. Für Entwicklungs- und Prüfungsaufgaben steht eine große Bandbreite an Charakterisierungs- und Prüfungsmöglichkeiten zur Verfügung. Darüber hinaus bearbeitet das Labor für Biomaterialien materialwissenschaftliche Fragestellungen nicht nur innerhalb der Medizintechnik.

  • Probenpräparation, Metallographie
  • Licht- und Elektronenmikroskopie
  • Topografische Analyse
  • Strukturelle, metallografische Gefügeanalyse
  • Härte- und Rauheitsmessungen
  • Chemische Analyse
  • Elektrochemisches Korrosionsverhalten
  • Immersions- und Bioaktivitätstests in Inkubatoren
  • Untersuchungen des Benetzungsverhalten
  • Elektropolieren, Gleitschleifen, Sandstrahlen
  • Wärmebehandlungen

 

Aktuelle Forschungsaktivitäten:

  • Magnesiumwerkstoffe sind vielversprechende Werkstoffe für den Einsatz als medizinische temporäre Implantatmaterialien. Sie bieten den Vorteil sich nach ihrem Einsatz im menschlichen Körper mit der Zeit wieder aufzulösen, was eine zweite Operation zur Entfernung unnötig macht. Das ist besonders wichtig für Fälle, wo eine zweite Operation gerne vermieden wird, weil der Eingriff Schaden verursachen kann, z. B. in der Gefäß- oder Handchirurgie. Des Weiteren zeigen Magnesiumwerkstoffe nicht Resorbierbarkeit, sondern auch Bioaktivität, z. B. wird durch die auftretenden Wechselwirkungen das Knochenwachstum angeregt. Magnesiumimplantate werden bisher nur in einem geringen Umfang eingesetzt, da der oftmals inhomogene Degradationsprozess im Körper das Risiko eines frühen Implantatversagens beinhaltet. Hier liegt die zentrale Herausforderung, an der wir im Labor arbeiten, die Kontrolle des Degradations- bzw. Korrosionsverhaltens durch den Einsatz geeigneter Oberflächenmodifikationen und Gefügeeinstellungen. Im Labor wurden Elektropoliturverfahren für Magnesiumwerkstoffe entwickelt, die in Kombination mit adaptierten Wärmebehandlungen zu einem verbesserten Degradationsverhalten führen, zu diesem Themenbereich wurden schon mehrere Preise im Labor erzielt (Kulturpreis Bayern 2023, 1. Posterpreis (Kategorie Degradation) auf der Biometal 2025, Biopark Innovationspreis 2025). Aktuell wird an Zytotoxizitätstests der unterschiedlich aktivierten Oberflächen gearbeitet. Weitere Themen sind die Einwirkungen der Sterilisationsverfahren und alternative Politurverfahren wie das Trowahlisieren.


  • Ein zweiter Forschungsschwerpunkt sind die Wechselwirkungen von Hydrogelen mit Knorpeln. In Zusammenarbeit mit Frau Prof. Grässel, Experimentelle Orthopädie des Universitätsklinikums Regensburg, werden in vitro osteoarthrotische Knorpel mit Hydrogelen infiltriert, um die mechanische Stabilität des Knorpelgewebes zu erhöhen. Arthrose ist die am häufigsten vorkommende Gelenkerkrankung, für die keine kausale Therapie bekannt ist, es können einzig die Symptome behandelt werden. Es gibt noch keine Möglichkeit, den degenerierten Knorpel zu rekonstruieren oder die mechanische Stabilität des verbliebenen Knorpelgewebes wiederherzustellen. In diesem Zusammenhang gewinnen Hydrogele zunehmend an Bedeutung als neuartige Therapieoption zur Behandlung des degenerierten Knorpelgewebes. Eine Möglichkeit ist durch den Einsatz eines Hydrogels die Schmierung im Gelenk zu verbessern, eine andere Option ist der Einsatz eines Hydrogels, um Knorpeldefekte aufzufüllen. Der im Labor für Biomaterialien verfolgte Ansatz liegt darin, die durch Arthrose verlorenen Glykosaminoglykane durch ein Hydrogelnetz nachzuahmen und so die Dämpfungseigenschaften des Knorpels wieder herzustellen. Auf diesem Forschungsgebiet wurde im Labor 2023 der Hochschulpreis der Stadt Regensburg gewonnen. Aktuell werden neue Hydrogelmischungen synthetisiert und die auftretenden Wechselwirkungen mit dem Knorpel, z.B. die Adhäsion, das Quellvermögen, die entstehende Druckstabilität und die Verträglichkeit (Biokompatibilität) untersucht.


  • In Kooperation mit der Akdeniz Universität in Antalya bearbeitet und charakterisiert das Labor für Biomaterialien additiv gefertigte Bauteile. Das Gefüge additiv gefertigter Bauteile benötigt zumeist eine spezifische Wärmebehandlung, um die gewünschten Werkstoffeigenschaften zu erzielen. Oberflächennachbearbeitungen werden gegebenenfalls mit Sandstrahler, Trowahlisierer oder Elektropolitur durchgeführt.


  • Ein römerzeitlicher Militärdolch des Typs Künzing aus Regensburg-Burgweinting Nordwest wurde in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Amberg-Sulzbach untersucht.


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